Fremdeln ab dem achten Monat: Wie sich Besuch und Spielen plötzlich verändern

Ein Kind, das monatelang jeden angelächelt hat, dreht sich auf einmal weg und klammert sich fest. Für Großeltern ist das kränkend, für Eltern anstrengend. Entwicklungspsychologisch ist es ein gutes Zeichen: Das Kind unterscheidet inzwischen sehr genau zwischen vertraut und fremd.

Was in dieser Phase passiert

Etwa in der zweiten Hälfte des ersten Jahres wird die Bindung an wenige Menschen sichtbar. Alles Unbekannte wird erst geprüft, bevor es angenommen wird. Das gilt für Personen ebenso wie für Räume und für neue Gegenstände, deren Altersstufen sich in einer Übersicht wie Bright Starts nachschlagen lassen.

Neues Spielzeug wird jetzt anders aufgenommen

Ein Geschenk, das mitten in der fremdelnden Phase überreicht wird, landet oft unbeachtet in der Ecke. Dasselbe Objekt funktioniert zwei Wochen später hervorragend, wenn es in Ruhe auf dem Boden lag. Der Zeitpunkt ist hier wichtiger als das Produkt.

Der Fehler beim Übergeben

Ein Kind aus dem Arm der Mutter direkt in fremde Arme zu reichen, verschärft die Lage. Besser ist es, wenn die neue Person sich hinsetzt, seitlich Abstand hält, nicht starrt und dem Kind Zeit lässt, selbst näher zu kommen.

Ein Gegenstand als Brücke

Kinder nehmen eine unbekannte Person leichter an, wenn dazwischen ein bekanntes Objekt liegt. Ein Ball, der langsam über den Teppich rollt, ein Tuch, ein Greifring: Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Sache, nicht auf das fremde Gesicht.

Was Besuch beachten sollte

  • langsam ins Zimmer kommen, nicht direkt auf das Kind zugehen
  • auf Augenhöhe hinsetzen und ruhig sprechen
  • das Kind nicht ohne Ankündigung hochnehmen
  • ein vertrautes Spielzeug als gemeinsamen Bezugspunkt nutzen
  • Rückzug des Kindes akzeptieren statt ihn zu kommentieren

Warum Trennungen jetzt schwerer fallen

In dieser Zeit merkt ein Kind sehr genau, wenn jemand den Raum verlässt. Heimliches Verschwinden verschlimmert das Problem, weil es die Umgebung unberechenbar macht. Kurz verabschieden, gehen und wiederkommen ist die verlässlichere Variante.

Großeltern das Verhalten erklären

Sagen Sie vorher, was kommt. Wer weiß, dass das Wegdrehen zur Entwicklung gehört und nicht gegen ihn persönlich gerichtet ist, reagiert gelassener. Diese Erklärung erspart der Familie viele unnötige Verstimmungen.

Wie lange das anhält

Manche Kinder fremdeln kaum, andere über Monate. Beides liegt im normalen Bereich und sagt nichts über die Erziehung aus.

Wann Sie nachfragen sollten

Wenn ein Kind gar keinen Unterschied zwischen vertrauten und fremden Menschen macht oder sich dauerhaft kaum beruhigen lässt, ist die Kinderarztpraxis der richtige Ort für diese Frage. Alles andere braucht vor allem Geduld und ruhige Erwachsene.